Ankunft in Patras und die ersten Eindrücke in Griechenland

29. April 2018 1 Von PatrickRamona

Die Überfahrt mit der Fähre war sehr ruhig und auch die See war über Nacht – wie ein Seemann so schön sagen würde – nicht rau. Das Camping an Board würden wir jederzeit wieder machen. Man kann sich überall an Deck aufhalten, aber wenn man Ruhe sucht, oder sein Abendessen selbst kochen möchte, kann man sich auch in sein eigenes Zuhause zurückziehen und dort entspannen, lesen oder kochen. Das Schlafen im Dach war allerdings etwas, nennen wir es ungewohnter als sonst. Denn das Deck auf dem gecampt werden darf, ist die ganze Nacht lang beleuchtet und auch das Brummen der Schiffs Motoren ist sehr laut und lädt weniger zum schlafen ein. Dennoch haben wir es versucht. Und da wir in der vorherigen Nacht nicht sehr gut geschlafen haben und auch früh raus sind, konnten wir erstaunlich gut nächtigen. Zumindest bis um halb vier. Ab da an schliefen wir dann nur noch, naja „setweise“ bis wir um etwa 07:30 Uhr aufgestanden sind. Und das eigentlich nur, weil wir nicht wussten ob wir umparken müssen. Um etwa 08:00 Uhr ist die Fähre in Igoumenitsa eingelaufen. Und bevor wir überhaupt den Bus wieder etwas für die Abfahrt bereit machen konnten, war die Fähre auch schon halb leer. Das Beladen der Fähre ist also so gut organisiert, dass die, die nach Patras fahren, in Ruhe ausschlafen sowie frühstücken können und nicht umparken müssen. Nachdem also die meisten Passagiere ausgestiegen sind, sind wir zum Frühstücken an Deck 9 in das Boardrestaurant gegangen. Dieses hat an der Theke das Flair einer Firmen Kantine, möbliert war es jedoch so, dass man beim ersten Blick meinen könnte, man wäre in einem Sterne Restaurant im südländischen Raum. Nach dem Frühstück halfen uns unsere Lieblingsbeschäftigungen – Ramona mit dem Lesen und ich mit dem Blog beschäftigt – die Zeit zu überbrücken, bis wir dann endlich in Patras eingelaufen sind.

Vorbeiziehende Inseln und Landschaften, welche wir von der Fähre aus bewundern durften

Immer wieder kurz die Sicht auf die Küsten, gaben bereits einen schönen Vorgeschmack auf Griechenland. Auch in Patras ging das Entladen der Fähre innerhalb kürzester Zeit von statten. Kaum angelegt, haben schon sämtliche Wohnmobile und LKW’s die Motoren angeworfen und wurden direkt raus gewunken. Ich saß noch auf der Rückbank und schon wurden auch wir aufgefordert als nächstes raus zu fahren. Wir also die steile Rampe aus dem oberen Deck, sowie von der Fähre runter, hielten auf dem Parkplatz erst zur Orientierung kurz noch vor dem Zoll an. Nach kurzer Überlegung beschlossen wir uns gegen den Uhrzeigersinn die Peloponnese am Wasser entlang anzuschauen und zu umfahren.

Den Zoll passiert, erwartete uns die erste eher unangenehme Erfahrung, als vor uns gefühlte 50 Personen über die Straße gerannt sind, die schwer vermuten lassen, dass diese Kriegs- und Wirtschaftsflüchtige sein müssen. Nach späterer Recherche bestätigte sich unsere Vermutung. Es ist also in Patras normal mit diesem Erlebnis konfrontiert zu werden, wenn man von der Fähre kommt. Denn dadurch, dass die Länder im Balkan ihre Grenzen entsprechend in den vergangenen Jahren deutlich mehr gegen Flüchtige abgesichert haben, ist die Überfahrt als Blinder Passagier über die Autofähren nach Ankona wohl noch die einzige Chance der Flüchtigen nach Italien und damit nach Mitteleuropa zu kommen. So ließt man zumindest im Internet. Doch die Erfahrung  aus unserem letztjährigen Urlaub stärkt dies, da die Grenzen der neuen Länder aus dem ehemaligen Jugoslawien tatsächlich, selbst als Europäer, eine große Hürde zu überqueren waren. Mit schlechtem Gewissen über unseren Wohlstand und friedliches und geordnetes Leben in Deutschland fuhren wir also weiter und versuchten davon weg zu kommen und uns auf türkises  Wasser zu freuen. Als erstes Ziel navigierten wir nach Kyllini, doch es wurde dort schnell klar, warum man davon noch nicht viel hörte oder gelesen hat. Dieses Hafendörfchen ist nicht gerade sehr anschaulich, also fuhren wir, nachdem wir kurz die Füße ins Wasser hielten, recht schnell wieder weiter.

Vorbeiziehende Küsten entlang unserer Strecke auf dem Weg nach Olympia

Als nächstes Ziel nahmen wir uns also Olympia vor und nahmen damit den oft gehörten Tipp von anderen wahr. Das Dorf „Olympia“ ist wohl die Entstehungsgeschichte der heutigen Olympia und die Geschichte geht anhand von Porzellanscherben, die dort gefunden wurden bis zu 3000 v. Chr. zurück in die Vergangenheit. Wenn man dort ankommt, fährt man zuerst durch ein Dörfchen durch, das gefühlt aus einer einzigen Straße besteht, welche ein kleiner Touristenladen am anderen birgt. Wenn man am Ende der Straße ankommt, in der man mit Helmut und in der Nebensaison am späten Nachmittag sehr viele Blicke erntet, kommt man an eine T-Kreuzung. Rechts geht es sehr steil den Berg hinauf und links bietet sich ein Parkplatz an. Auf dem ist am anderen Ende eine „Ausfahrt“ wo Durchfahrt verboten ist. Wir waren uns nun nicht sicher wo die Ruinen des alten Olympiageländes sind und fuhren aus dem Bauch heraus nach rechts.

Die Sicht die wir durch das falsche Abbiegen auf die schöne griechische Landschaft zu sehen bekamen

Die Straße und die Steigung wurden immer steiler. Durch Beschilderungen sämtlicher Hotels und ein paar Campingplätze sowie das nächste Dorf war schnell klar, dass es hier nicht zu den Sehenswürdigkeiten geht. Unten also wieder angekommen stellten wir Helmut auf dem Parkplatz ab und liefen die Ausfahrt runter, durch die man eigentlich nicht durchfahren darf. Wir konnten allerdings schon einige beobachten, die es trotzdem taten. Die Straße herunter immer links gehalten, kamen wir also zu den gesuchten Ruinen des Olympia am „Eingang“ an. Doch schnell war die Enttäuschung groß. Denn hier wurde wohl schnell klar, dass man damit Gelder verdienen kann. Und deswegen ist das gesamte Gelände eingezäunt und kostet pro Person 12€ Eintritt. Hinzu kommt dass das Museum nur bis um 15:00 Uhr geöffnet ist. Da wir allerdings erst um etwa 17:00 Uhr dort ankamen, war demnach alles zu. Wir beschlossen auf einem Campingplatz in der Nähe zu nächtigen und uns zu überlegen ob wir am nächsten Tag das Geld ausgeben wollen.

Der Campingplatz hieß Camping Alfios und die gute Bewertung bestätigte sich mit guter Sicht, Wasser, Strom, WiFi und sehr freundlichem Personal. Am nächsten Tag ging es also nach Sporteinheiten wieder weiter.

Ein schattiges Plätzchen zu einem Fitnessstudio gemacht. Zwei Trainingsmatten, einer Klimmzugstange am Baum montiert und mit dem Blick auf die Natur.

Wir dachten, wenn wir schon mal hier sind, dann schauen wir uns Olympia auch an. Doch als wir unten ankamen und feststellten, dass täglich wohl pro Stunde etwa fünf bis zehn Reisebusse das Geländ reichlich mit Touristen aus der ganzen Welt füllen, haben wir unsere Entscheidung überworfen. Da wir nicht bereit waren zu zweit 24€ für das überfüllte antike Olympia zu zahlen, bei dem man  im Grunde nur altes Gemäuer sieht, suchten wir uns am Rand des Geländes ein schönes Plätzchen wo man auf das Stadion herunter sieht. Dort machten wir ein Picknick an der wenig befahren Straße  in der Wiese und genossen die Aussicht mit den sehr unterhaltsamen Reisegruppen. Diese waren von Jung bis Alt und aller Figurtypen und versuchten den Sprintsport von damals nachzuahmen. So hatten wir ein ruhiges Frühstück mit besserer Unterhaltung als aus dem Fernseh.

Helmut oberhalb des Olympia Geländes an der Straße zum Picknick geparkt

Sicht auf die Arena des Olympias

Nach dem wir dann lecker gefrühstückt haben, welches Ramona bereits auf dem Camping Platz hergerichtet hat, fuhren wir also weiter. Auf der Karte führte die Straße an der wir saßen weiter in Richtung in die wir wollten. Deswegen folgten wir ihr. Nach etwa einem Kilometer standen wir jedoch vor einer Sackgasse, welche wohl mit einem Tor zu der Olympia Akademie führte. Also drehten wir wieder um. Nachdem wir dann zurück auf der Straße entlang der Küste waren, fuhren wir weiter nach Pylos. In diesem schönen Städtchen haben wir am Hafen uns ein Plätzchen gesucht wo wir dann auch übernachtet haben.

Blick aus der Frontscheibe auf den Sonnenuntergang in Pylos

Übernachtungsplatz in Pylos im Hafen

Hier scheinen viele mobile Urlauber eine Nacht zu verbringen, da hier generell viele Wohnmobile stehen. Nach einem schönen Abend und einer erholsamen Nacht haben wir noch einen Café getrunken und etwas gelesen. Wir machten also den Bus wieder abfahrtsbereit und uns weiter auf den Weg. Diesmal jedoch wieder zurück, denn wir haben festgestellt, dass wir eine schöne Bucht und Ruine verpasst haben, die nur wenige Kilometer vor Pylos liegen soll.

Anfahrt zum Castle, von hier aus führt ein Wanderpfad zur Bucht und auch zur Ruine hoch

Anfahrt direkt an die Bucht, sehr enge Straßen und mit einem großen Wohnmobil nicht zu empfehlen anzufahren.

Diese Bucht kann man in zwei Möglichkeiten erreichen. Entweder mit dem Auto direkt oder man fährt das Castle an und läuft zu Fuß. Wenn man zuerst das Castle anfährt, hat man den Vorteil, dass man von dort aus die Ruine zu Fuß erklimmen kann und man auch einen weiteren Strand, welcher wunderschön ist zu sehen bekommt. Wenn man direkt an die Bucht fährt, sollte man den Fußmarsch an das Castle keinesfalls auslassen. Zum einen ist dieser abenteuerlich, da unser Weg von Schlangen und Spinnen gekreuzt wurde und zum anderen eine Art Pfad durch hohe Gräser mitten durch die Natur führt. Hinzu kommt der Strand, bei dem man auf dem Weg zum Castle von der Bucht aus vorbei kommt, welcher wirklich sehenswert ist. Hier oder in der Bucht sollte man auch, wenn man in der Nebensaison unterwegs ist, die Chance nutzen um Baden zu gehen, da das Wasser nicht tief, in einer Bucht und deswegen deutlich wärmer als am offenen Meer ist.

 

Der linke Teil der Bucht mit Sicht auf den Hügel, worauf auch das Castle steht

Die Bucht bei Abendsonne von Oben

Die Belohnung, die man bekommt, wenn man beim Castle oben angekommen ist

Nachdem wir an diesem sehr schönen Ort einen tollen Tag erlebt und genossen haben, ging es nun mit dem nächsten Ziel Finikounda weiter. Dort wurde uns mehrfach ein guter Campingplatz empfohlen. Da wir eine Bleibe für mehrere Nächte hier auf den Peloponnese suchten, wollten wir uns diesen anschauen. An dem Sandstrand entlang liegen dort vier Campingplätze. Nachdem wir beim ersten eher enttäuscht waren, wurden wir vom zweiten, welchen wir uns anschauten sehr positiv überrascht. Denn auf dem Camping Platz ANEMOMILOS kann man mit seinem Van direkt an den Sandstrand stehen. Und damit hat man einen wunderschönen Blick auf das hellblau schimmernde und saubere Meer, eine schöne Felsenküste, welche seitlich ins Wasser ragt und sitzt direkt vor dem Bulli praktisch schon auf dem Sandstrand. In der Nebensaison im April kommt noch hinzu, dass dieser wunderschöne Sandstrand wie leer gefegt ist.

Camping direkt am Strand von Finikounda

Die Sicht auf das Meer mit Bulli direkt am Strand

Nach schon einer Nacht und dem folgenden Tag, beschlossen wir uns hier an diesem paradiesischem Plätzchen etwas zu entspannen und den Stresspegel, den wir vor der Reise aufgebaut hatten, runter zu dämpfen, um die Reise besser genießen und auf uns wirken lassen zu können.

Außerdem genossen wir die Bekanntschaften, die wir mit unseren deutschen Nachbarn auf dem Platz machen durften 🙂 Vielen Dank für die schönen Tage mit euch!

Witzige wie interessante Unterhaltungen durften wir mit Brigitte und Klaus führen 🙂

Danke für die tolle Nachbarschaft auch an Manfred, Brigitte und Lykos

Unser Freund der Wolfshund Mischling Lykos

Unsere Bulli Freunde aus München Lisa, Michi und Leo

Wie es also weiter geht, verrate ich Euch in meinem nächsten Beitrag.