Die Fahrt nach Ancona und weiter mit der Fähre nach Patras

20. April 2018 2 Von PatrickRamona

Mit dem geprüftem Ventilspiel, dem neuem Öl und der neuen Windschutzscheibe ging es also früh morgens um etwa 09:30 Uhr weiter nach Ancona. Wir haben uns entschieden, die Maut in kauf zu nehmen und über die Autobahn zu fahren. Denn die Straßen in Italien haben sicher schon bessere Zeiten gesehen. In Deutschland regen wir Deutschen uns bereits über rauen Teerbelag auf, weil das im Auto so laut ist, hier in Italien jedoch gehören zu 5qm Straße etwa im Durchschnitt 3-8 Schlaglöcher, davon ist ein Schlagloch mindestens im Durchmesser ein halben Meter groß. Hinzu kommt, dass die Straße wohl einen Höhenunterschied auf dieser Fläche von etwa 40-60cm hat. Gefühlt über einen Meter. Naja, und um diese Straßen Helmut zu ersparen, wählten wir die Autobahn. Diese sind zwar auch nicht so herrlich geteert wie die in den Niederlanden, so hat mir mein Vater erzählt, jedoch muss hier Helmut nicht so extreme Strapazen auf sich nehmen, als würde ein alter Mann am Ende vom Skitag noch eine schwarze Buckelpiste mit seinen Skiern  aus den 80ern runter fahren.

Unterhalb von Verona fahren wir also auf die Autobahn. Dort kaum im Rollen mit den gemütlichen 80km/h machen wir nach wenigen Kilometern einen fliegenden Wechsel.  Das geht mit einem VW Bus sehr easy und spart Zeit. 😉 Ich hab mich also während der Fahrt um die Fähren Buchung nach Patras gekümmert, während sich ab jetzt Ramona mit den ungeduldigen und eiligen LKW’s herumschlagen muss. Der Erfahrung zufolge geben Sie dir erst mehrfach Lichthupe, während Tempo 80 ausgeschrieben ist, und wir 85km/h fahren, und dann überholen Sie dich hupend mit 105km/h im Überholverbot für LKW’s. Hm, sollte uns jedoch nicht stören, denn mit dem  neu revidierten Motor ist uns wichtiger, dass er noch für die nächsten 20.000km – 30.000km hält und gut eingefahren wird. Nach erfolgreicher Buchung der Fähre, was wir über ein ADAC Büro in Singen abgewickelt haben, ging es also mit monotonem Autobahnfahren weiter. Bis etwa einer kappen Stunde vor Ancona. Denn dort wurden wir das erste Mal in dieser Reise von dem geliebtem Meer belohnt. Es geht jetzt also los. Die Reise wird immer mehr spürbar und das erste Befinden, angekommen zu sein macht sich breit. Mit dem Blick zum Meer kam einem dann der restliche Weg bis zum Hafen nicht mehr lang vor.

Erste Sicht aufs Meer während der Fahrt nach Ancona

 

 

 

 

 

In Ancona angekommen mussten wir natürlich erst einmal von der Autobahn runter. Das bedeutete auch hier wieder böse Buckelpisten für Helmut. Doch leider noch schlimmer als bisher. Naja, da muss er wohl durch, auch wenn es uns allen weh tut. Nun mussten wir uns erstmal bei der verwirrenden Straßenführung zurecht finden. Doch nach kurzer Zeit war der Hafen bereits angeschrieben und bevor wir überhaupt überlegt haben, wo wir am Hafen genau hin müssen, standen am Straßenrand große gelbe Schilder, dass man sich zu aller erst am Check-In einfinden soll, welcher entsprechend gut beschildert war.

Über sämtliche Buckelpisten am Check-In gut angekommen, wollten wir uns erstmal kundig machen, wann wir am nächsten Tag einchecken müssen. Doch dort wurden wir nur abgewiesen, dass es zu spät sei für Infos, jetzt Feierabend ist und das Office ab morgen um 08:00 Uhr wieder besetzt sei. Die Fähre, die wir gebucht haben war von ANEK Superfast. Gott sei dank, denn hier genießen wir überhaupt einmal die stattfindende Überfahrt, denn andere Reedereien streiken und legen damit den Fährverkehr lahm. Außerdem ist das Personal sehr freundlich, gut organisiert und die Fähre ist wirklich sehr sauber. Hinzukommt das Camping an Board, was nur ANEK anbietet. Mann kann dabei den Tag und die Sonne an Deck genießen und nachts in seinen „Eigenen vier Wänden“ schlafen und verbringen. Natürlich darf man auch Tags über, wann immer man möchte in sein mobiles Zuhause und dort verweilen. Mit zu erwähnen ist, dass man ein Stromanschluss mit 220V bekommt und die Duschen und WC’s ebenfalls sehr sauber, ordentlich und mit warm Wasser sind. Durch und durch, also alles richtig gemacht. Auf dem Parkplatz bei dem Check-In also angekommen, lernten wir bedingt durch unseren gepflegten Helmut natürlich wieder jede Menge Leute kennen. Italiener, Griechen, Deutsche, Österreicher und auch Briten. Alle bewunderten Sie Helmut und scheinen das Gefühl übermittelt zu bekommen, dass wir wohl angenehme Menschen sein müssen, die man gerne anspricht. Denn so kam es zumindest für uns rüber. Wir lernten bereits in den wenigen Tagen so viel Menschen  aus sämtlichen Nationen kennen und schlossen fast mit allen in kürzester Zeit schon sympathische Bekanntschaften. Viele konnten sich mit dem Bulli identifizieren, weil Sie selbst solch einen oder etwas ähnliches hatten. Andere fanden Helmut einfach nur süß und weitere wiederum waren erstaunt, ein solchen Oldtimer in dem Zustand zu sehen, der noch immer auf eigener Achse auf solch weiten Strecken unterwegs ist.

Helmut auf dem Parkplatz vom Check-In

Da unsere Fähre erst am nächsten Tag um 13:30 Uhr abfährt beschlossen wir also auf dem Parkplatz zu nächtigen. Denn rings herum waren weitere Touristen, die nach Griechenland mit dieser Fähre am nächsten Tag wollten und mit fast allen haben wir schon Bekanntschaft gemacht. Wir fühlten uns deswegen wohl und sicher. Doch unser Plan ging nicht ganz auf, denn Italiener, welche zum Personal der Check-In Anlage gehörten bewunderten spät Abends ebenfalls Helmut und kamen damit mit uns ins Gespräch. Sie sagten uns nach dem Austausch, dass auch Sie ein solchen Bulli restaurierten, dass man auf dem Platz nicht nächtigen darf. Dieser wird nämlich ringsherum abgesperrt und über Nacht geschlossen. Sie empfahlen uns auf den Parkplatz, keine 100m weiter bei einem Restaurant zu nächtigen. Wir legten es dennoch darauf an und machten es uns erstmal im Helmut auf der Eckbank gemütlich. Ramona laß also in ihrem Buch und ich arbeitete etwas am Block. es war bereits 22:00 Uhr um und die Türen waren noch offen, wir dachten schon, dass es wohl doch nicht so schlimm ist hier zu nächtigen wenn es niemand merkt. Doch um 23:00 Uhr kam dann eine Politesse die uns nahe legte doch bitte den Parkplatz zu verlassen, da dies nicht erlaubt ist. Wir nahmen dann also doch den Tipp wahr und fuhren auf den Parkplatz des Restaurants. Wir haben allerdings unten drin geschlafen, da wir nicht sicher waren, ob das Restaurant das gerne sieht, dass wir auf dem privat Parkplatz nächtigen. Natürlich machten wir uns wegen der Kriminalität wieder einmal mehr Sorgen als nötig, denn wir haben sehr gut geschlafen und niemand hat uns und sich dabei gestört.

Damit wir das Check In nicht verpassen, sind wir am nächsten Tag früh um 08:00 Uhr aufgestanden und wieder auf den Check-In Parkplatz zurück gefahren. Dort trafen wir dann alle wieder, die ebenfalls versuchten, auf dem Parkplatz zu übernachten und während dessen verscheucht wurden. Wir holten also unsere Tickets und checkten ein. Nun war es bis wir in ruhe alles erledigten 09:30 Uhr. Was also machen bis um 11:00 Uhr, da ab dann Boarding sei. Wir entschieden uns in der Stadt über TripAdvisor ein nettes Café zu suchen und dort zu frühstücken. TripAdvisor-sei-dank haben wir dann ein Café gefunden, wo es leckere Smoothies mit Müsli und italienisch typisch gutem Kaffee gibt. Dort fuhren wir also mit dem Helmut hin, parkten um die Ecke und genossen ein köstliches Frühstück bis wir wieder zurück zum Boarding fuhren.

Leckeres Frühstück in Ancona im Zucchero a Veló

Beim Boarding wurden wir wie schon erwähnt mit dem netten Personal von ANEK konfrontiert. Wir mussten uns erst in einer der drei Schlangen für Wohnmobile, die alle Camping an Board nutzen, einreihen. Dort haben wir wieder tolle Leute aus Deutschland und der Schweiz kennen gelernt. Die drei Herren auf der Suche nach Action- reichen Wildwasser Touren mit dem Kanu waren mit zwei Wohnmobilen unterwegs. Eines davon war bereits ein älteres Modell und wohl die grundlegende Idee für die heutigen Wohnmobile. Ein VW LT. Paul, Peter und Andi, waren also nur unter Männern unterwegs, denn die Frauen würden sich langweilen, so lange sie im Wildwasser unterwegs sind. Ziel ist das Gebirge von Griechenland. Unsere sehr nette Unterhaltung wurde jedoch unterbrochen, da unsere Reihe nun auf das Schiff fuhr, so musste auch ich weiter fahren, bevor das Hupkonzert hinter Helmut anfing.

An Board wurden wir höflich in scheinbarem Chaos durch das freundliche Personal dennoch geordnet schnell auf unserem Platz eingewiesen. Als wir standen, konnte man dann in ruhe zuschauen, wie in kürze die Fähre sich schnell füllte. Ich hatte, nach dem ich andere Blöcke laß, mit weniger Wohnmobilen bei Camping an Board Mitte April gerechnet. Doch die Fähre war definitiv lohnenswert gefüllt. Wir haben also unser 1. Obergeschoss im Bulli aufgestellt und machten uns auf den Weg auf das Deck 9 „Sonnendeck“. Dort trafen wir dann wieder das griechische Ehepaar vom Check In Parkplatz, die sportlichen drei Herren, die man von der Mentalität auf Mitte 20 bis Mitte 30 schätzen würde und das deutsche Ehepaar mit Hund, welches ebenfalls vom Parkplatz vertrieben wurde und mit Hund acht Wochen in Griechenland verbringen wollen.

Helmut auf der Fähre verladen mit Camping an Board

 

Die Fähre von ANEK wartet bereits auf Boarding

 

 

Auslaufen aus dem Hafen von Ancona

 

Mit den sportlichen Herren wurden wir direkt, nachdem wir das Auslaufen der Fähre aus dem Hafen Anconas genossen haben, sehr gesellig und unterhielten uns über Gott und die Welt. Das Auslaufen war übrigens sehr schön, da man hierbei das Panorama der schönen Stadt Ancona und der Steilküste weiter südlich genießen kann.

Wie es nun auf der Fähre nach Patras und in Patras selbst weiter geht, werde ich auf einem weiteren Block erzählen.