Von Finikounda über Mani bis nach Gythio

18. Mai 2018 5 Von PatrickRamona

In Finikounda konnten wir eigentlich den ganzen Alltagsstress das erste mal bei dieser Reise so richtig entfliehen. Wir konnten die letzten stressigen Wochen und Tage vor der Abreise hinter uns lassen und Tag für Tag runter fahren. Dies tat uns beiden sehr gut, denn jeden Tag hatten wir, bis wir in Finikounda angekommen waren das Gefühl, irgendetwas machen zu müssen, etwas vergessen zu haben oder etwas erledigen zu müssen. Wir konnten nicht einmal richtig war nehmen, dass wir bereits fast zwei Wochen unterwegs waren. Zwei Wochen… Eine Zeit, die sich andere Menschen nehmen um einen ausführlichen Sommerurlaub zu machen. Deswegen beschlossen wir kurz um eine Ruhephase einzulegen.

Stellplatz in Finikounda auf dem Campingplatz Anemomilos direkt am Wasser

Der Stellplatz von einer anderen Perspektive

Der Weg vom Campingplatz Anemomilos nach Finikounda „the life begins at the end of your comfort zone“

Finikounda kam dafür genau richtig. Auf dem Campingplatz Anemomilos (der letzte der vier dort angelegten Plätzen) war man wie abgekapselt von der Außenwelt. Der Campingplatz war vielleicht um etwa 20% besucht, das entspricht dort etwa auch 20 Camper im Höchstfall. Dieser Campingplatz besitzt nicht viel jedoch alles nötige um es dort mehrere Tage sehr gut aushalten zu können und war sauber. Das bedeutet wenig Trubel, viel Ruhe, und einen wie leer gefegten und privaten Strand mit wirklich tollem Wasser, geziert von einer schönen Felswand, welche neben dem Strand ins Wasser ragt. Wenn die Sonne am Vormittag um diese Jahreszeit entsprechend steht, dann ist diese bewachsene lehmhaltige Felswand mit dem durch die Sonne reflektierenden funkelndem türkisen bis tiefblauem Wasser ein absoluter Schmaus für unsere Augen. Auch strahlen die Nachbaren auf dem Campingplatz eine friedliche Zufriedenheit und Ruhe aus, die sich von dem Ort auf sie übertragen haben muss. Den Sonnenuntergang kann man dort am Strand oder in einem gemütlichen Café sowie Restaurant im Nebenörtchen, welches in nicht einmal 10min zu Fuß zu erreichen ist, genießen. So lebten wir hier in diesem kleinen Paradies, welches wohl in dieser Form nicht oft in Europa zu finden ist, fast eine Woche in die Tage rein. Frühstückten jeden Morgen gemütlich, machten öfter Sport und ließen den Tag in einer Taverne, einem Café, bei den Nachbarn oder am Strand ausklingen. Wir durften viele tolle Bekanntschaften mit den anderen Platzbesuchern und auch dem Platzbesitzer machen und zogen nach voller Entspannung dann weiter. Denn gewisse Dinge, welche wir nicht in den rundum liegenden Mini Market besorgen konnten, zwangen uns weiter zu reisen.

Wilde Hibiskus Blüte, welche in Griechenland des öfteren vorkommen kann und bei uns zuhause eher auf Badehosen oder Taschen zu sehen ist, als Markenzeichen für südlichen Badeurlaub

Es war also Zeit, die Reise konnte jetzt so richtig los gehen. Komplett tiefen entspannt sowie voller Zufriedenheit und Freude ging es für uns weiter. In dem nächsten größeren Ort Kalamata soll es einen Großmarkt geben, wo wir sicher waren, die Lebensmittel zu bekommen, welche für uns bei unserer bewussten Ernährung unverzichtbar waren. Auf dem Weg nach Kalamata nahmen wir wegen einer Empfehlung noch Koroni mit auf die Reiseroute. Dieses kleine Dörfchen liegt wie viele Orte auf den Peloponnes an einem Hang. Durch sehr enge und steile Gassen, welche ich für Wohnmobile nicht empfehlen kann, kommt man zu der Promenade hinunter. Dieses Dörfchen birgt für Touristen viele Restaurants und Bars, bedingt durch den Hunger ließen wir uns von diesen verleiten und aßen hier zu Mittag. Doch wie erwartet, war es nicht sehr berauschend und man fühlte sich als Tourist wie abgespeist. Ein Ort, bei dem man durch den Restaurant-Business- Grieche schnell die Sicht über den sympathischen und gemütlichen Griechen verliert. Wir machten uns also nach dem Essen wieder rasch davon und flüchteten von dem typischem Touristen Gebiet. Etwas enttäuscht und trotzdem gut gelaunt und gespannt auf Neues navigierten wir nun weiter nach Kalamata zu einem Großmarkt. Hier gibt es bereits in Messini, dem Vorort von Kalamata einen Lidl und in Kalamata selbst zwei weitere. Dies ist zum einen gut und gemütlich um übliche Lebensmittel und anderes wie von zuhause gewohnt zu bekommen, jedoch schadet es hier sehr den kleinen umliegenden Märkten und Bauern. Hier gibt es noch Minimärkte, Obst-, Gemüse-, und Viehbauern wie wir es in Deutschland noch vielleicht aus den 70er Jahren kennen. Etwas, dass für die Lebensmittelindustrie ein Dorn im Auge und für uns Verbraucher ein Lieferant für Produkte ist, bei denen wir nicht durch zugesetzte Stoffe zu noch mehr Hunger und Verbrauch gezwungen werden, damit sowohl die Lebensmittel- als auch die Pharmaindustrie aus gesundheitsschädlichen Folgen mehr Gewinn und Umsätze erzielen kann. Als wir den Großmarkt, welchen wir auch von zuhause kennen betraten, wurde uns das hier erst richtig klar. Der Markt brachte einen ja fast schon zum Staunen, wenn man bereits Minimärkte gewohnt war. Ein riesengroßer Laden, alles komplett neu, von sämtlichen Produkten schwindelig viel Auswahl, alles so angeordnet um unseren Menschenverstand so auszutricksen, dass das Marketing davon profitiert. Die Kassen pipsten in nicht einmal Sekundenabständen an mehreren belegten Kassen in Rekordzeiten. Das Obst und Gemüse war mit besonders warmen Licht beleuchtet, damit es saftiger und reifer aussieht. Alles Dinge, die man zuhause im Alltag als normal sieht und vergisst, wie man als Verbraucher ausgenommen und in die Irre geführt wird und zugleich die alte traditionelle Landwirtschaft zerstört wird. Wir hatten schnell das Gefühl wieder in ein System hineingedrückt zu werden. Etwas, dem wir bei dieser Reise eigentlich entfliehen wollten. Doch Genug von den unschönen Dingen im Leben, auch wenn man sich diese manchmal wieder bewusst machen sollte um im Unterbewusstsein etwas besser und fürsorglicher für die Gesundheit, die Welt und unser Leben  zu handeln.

Der Besitzer des Campingplatzes in Finikounda empfahl uns in Messene eine Ausgrabung, welche für den einheimischen Griechen wohl die interessanteste und auch eine Größere als die in Olympia sei. Da es nach dem Einkauf jedoch zu spät war suchten wir uns in Kalamata einen Platz am Strand zum schlafen.

Schlafplatz in Finikounda

Dort war in der Nähe auch ein schönes Café direkt am Hafen, welches wir am gleichen Abend und nach einer spannenden Nacht, in der wir kurz geweckt wurden, auf ein Getränk einkehrten. Zu erst dachten wir etwas beunruhigt, nach dem wir in der Nacht wach wurden, was für Leute in der Nähe von unserem Bulli so laut und aggressiv diskutierten. Doch als ich schon mit dem Griff zu dem Bambusstock, den ich für alle Fälle hinter dem Fahrersitz habe, mit der Sicht aus dem Fenster feststellte, dass es die Polizei war. hat sich die Beunruhigung etwas gelegt. Nach kurzer Beobachtung stellten wir fest, dass die Polizei wohl einen Smart entdeckte, der schon eine Weile neben uns auf dem Parkplatz des Tennisclubs parkte. Das junge Pärchen von dem – nennen wir es mal Auto – wurde wohl verdächtigt und ordentlich auf vermutlich Drogen gefilzt. Naja, nach dem spannenden Harz IV TV Live direkt vor Ort, überwog dann unsere Müdigkeit, die uns dann wieder ins Bett im Obergeschoss von Helmut zog. Nach dem wir dann morgens im Café gemütlich in den Tag lebten, haben wir Helmut gesattelt und machten uns auf den Weg zu den Ausgrabungen. Wir mussten allerdings nach nicht einmal 20min Fahrt feststellen, dass diese gar nicht so einfach zu finden waren. Denn nach dem wir in Mavrommati, das gleich oberhalb Messini liegt, umherirrten, konnten wir durch das Internet schlussendlich herausfinden wo wir wirklich hinmussten. Nach weiteren 20-30min Fahrt kamen wir dort dann endlich an. Wer diese Ausgrabungen ebenfalls besichtigen möchte, sollte sich auf der Karte an Ithomi und Valira orientieren. Denn von Messini aus führt zwischen diesen beiden Orten eine Straße weg in Richtung Moni Voulkanou bzw. Messene. Für diejenigen, die mit einem Navi unterwegs sind, habe ich die Koordinaten herausgesucht, mit denen Sie direkt an den Eingang und Parkplatz der Sehenswürdigkeit geleitet werden.

Koordinaten Messene Ausgrabungen: 37.178669, 21.917856

Ausgrabungen von Messene

Theater in Messene

Nach dem wir also etwa ein bis zwei Stunden über die Ausgrabungen geschlendert sind, entschieden wir für uns nochmal die Sicht von Oben in dem nahegelegenen Restaurant bei einem Kaffee zu genießen. Wir für uns fanden, dass diese Ausgrabungen deutlich schöner, größer und damit lohnenswerter als die in Olympia sind, zumal der Eintrittspreis der gleiche ist. Nachdem der Kaffee wegen Tourifluten, arrogantem Personal und touristisch angepassten Preisen nur schwer zu genießen war, machten wir uns nach kurzer Zeit weiter auf den Weg. Noch kurz ein Brot zwischen die Beißer wollten wir uns nun den zweiten Finger, auch Mani genannt, anschauen. Eigentlich wollten wir mit dem Ziel Limeni nahe Ithylo, entlang der Westküste fahren. Doch wir mussten irgendwann feststellen, dass wir uns wohl durch die Beschilderung und Navigation ohne es zu bemerken auf die Autobahn Richtung Gythio leiten lassen haben. Diese war nagelneu und gleichzeitig wie leer gefegt. So durfte Helmut frischen Teer und nur geringe Steigungen bei konstanten Geschwindigkeiten mit Halbgas genießen. Uns wurde später erzählt, dass die Autobahn wohl 18 Jahre zur Fertigstellung benötigte. Der Grund waren immer wieder Ausgrabungen entlang der Strecke, auf die man stieß, für die scheinbar Archäologen aus aller Welt kamen. Dieses Problem scheint ein gängiges in Griechenland zu sein, entsprechend findet man hier bekanntlich viele Ausgrabungen als Sehenswürdigkeiten. Wer also auf die entsprechende Geschichte steht, ist hier genau richtig, aber das ist vermutlich nichts Neues. Naja jedenfalls von der teuren Autobahn, bei der wir außer frischem Teer nicht viel zu sehen bekamen, herunter auf die gut ausgebaute Landstraße Richtung Gythio wurde es schon etwas interessanter und wieder natürlicher. Doch wirklich richtig schön wurde es, als wir das Inland von Gythio nach Itylo durchquerten. Hier bekamen wir eine volle Ladung Natur zu sehen. Vor allem war sie hier sehr vertraut, wie wir es von zuhause kennen. Denn viele Laubbäume und Pflanzen, welche frisch austreiben und blühen zeichneten hier mit saftigen Farben und einem tiefen Grünton die stark bewachsene Landschaft, bedingt durch die lebendige Jahreszeit, dem Frühling. So genossen wir die schöne Fahrt durch das Grüne, was sich wie Wellness für das Auge anfühlte und fuhren in den späten Nachmittag hinein. Als wir dann Itylo und damit wieder dem Wasser näherkamen und wie immer, wenn man die Küste vom Inland kommend wieder ansteuert, steile Serpentinen entlangfuhren, bekamen wir durch das an diesem Tag wechselhafte Wetter ein wunderschönes Panorama zu sehen.

Panorama bei der Abfahrt über Serpentinen nach Limeni

Das schöne beim Reisen sind genau diese Momente. Bei denen die Natur ihre volle Schönheit präsentiert, was einen für ein paar Minuten zu genießen zwingt und dein Körper dabei die volle Ladung Glückshormone ausschüttet. Dabei werden deine Gedanken mit rein glücklichen und optimistischen geflutet und man fühlt sich, finde ich, so frei wie sonst nie. Man lernt dabei das Leben wieder zu lieben und bekommt die Gabe zurück, die schönen und glücklichen Dinge im Leben zu erkennen und zu schätzen. Denn diese verlorene Fähigkeit ist meiner Meinung nach eine unbewusste Krankheit, die aus dem Wohlstand in Mitteleuropa entstanden ist. Aus diesem Grund kann ich es nur jedem empfehlen, statt in All Inklusive Hotelbunkern oder „Glamping Plätzen“ täglich mit dem gleichen Programm zu versauern, eine Reise jeder Form zu machen, wo man unsere Mutter Erde sehen und kennen lernen darf. Denn das ist Medizin für die Seele, Medizin die man bei keiner Apotheke oder von Ärzten bekommen kann.

Nun ja, zurück zum Kontext. Staunend fuhren wir also die Serpentinen gemütlich entlang. Unten angekommen durften wir den Sonnenuntergang vom Wasserrand geführt durch die Küstenstraße der Bucht bestaunen. An geeigneter Stelle hielten wir kurz an, um diese Moment in den Kasten zu bekommen. Diese Idee teilten zwei junge einheimische Frauen, während sie uns wissen ließen, dass dies der schönste Sonnenuntergang in ganz Griechenland sei und das nicht nur, weil sie von hier kommen.

Der Scheinbar schönste Sonnenuntergang in Griechenland bei Itylo

Helmut an der Promenade bei Itylo

So reizten wir also das Glück aus und genossen ihn, bis die Sonne nicht mehr zu sehen war. Und als wir dann anschließend im wenige Minuten entfernten Dörfchen Limeni ankamen, wurden wir wiederholt überrascht. Ein wunderschönes erhaltenes Dörfchen ummalt von paradiesisch türkisem Wasser in sämtlichen Tönen und mit unglaublicher Farbtiefe. Wir hatten beide solch ein Wasser noch nie gesehen und da das Wasser schon bereits bei bewölktem und verregnetem Wetter in der Abenddämmerung schon so schön aussah, beschlossen wir spontan hier zu nächtigen und den nächsten Tag bei Sonnenschein hier zu verweilen und zu genießen.

Nach einem griechischen Frühstück im Restaurant in mitten des Dörfchens, haben wir beschlossen noch etwas Sport zu machen. So befestigten wir Material am Baum und legten uns mit den Matten hinter den Bus, der uns vor dem starken Wind geschützt hat.

Sport und Schlaf Spot in Limeni

Limeni in seiner vollen Pracht

Und was gibt es schöneres, als nach dem Sport in das Wasser zu springen, welches gleichzeitig noch total klar und schön aussieht. Denn bei Sonnenschein waren alle Farben noch viel kräftiger und tiefer. Mit Schnorchel, Taucherbrille und Handtuch ging es also zu der nächsten Badestelle, die nur wenige Meter entfernt war. Erschreckend war dann allerdings die Temperatur des Wassers, denn in Finikounda hatten wir uns so langsam an die kühlen und erfrischenden 18 Grad gewohnt, doch hier hatte das Wasser gefühlte zehn und vermutlich etwa erfrischende 16 Grad. Während Ramona mit sich kämpfte, es in das Wasser zu schaffen, vergas ich beim Schnorcheln schnell wie frisch es ist und genoss dies und schwamm bis etwa Mitte Limeni. Dort konnte ich dann wieder aus dem Wasser etwas durchgekühlt raussteigen, um wieder zum Helmut zurück zu laufen. Nachdem dann auch Ramona kurz drin war, wärmten wir uns dann in der Sonne auf und machten uns am späten Nachmittag wieder weiter auf den Weg.

Wieder durch die schmalen Gassen und sehr engen Serpentinen hoch auf die Umgehungsstraße gekämpft, ging es nun weiter Richtung Porto Kagio. Das ursprüngliche Ziel war Vathia, doch in diesem steingeprägten Bergdörfchen hat man schnell alles gesehen, so dass wir kurzer Hand entschlossen zu dem noch südlicher gelegenen Porto Kagio weiter fuhren. Die Strecke dorthin sah weniger einfach aus, doch da es am Wasser lag, nahmen wir an, dass es sicher ein weiteres gemütliches schönes Dörfchen mit Bademöglichkeit ist, welches wir keinesfalls verpassen sollten. Da es bei der Strecke dorthin bereits zu dämmern begann und wir ein wunderschönes Panorama zu sehen bekamen, beschlossen wir kurzer Hand hier am Straßenrand zu nächtigen und den Sonnenuntergang zu genießen. Ein Bild gezeichnet von der Küstenlandschaft der Peloponnes, wobei die Berge im Wasser versinken und das Meer das Abendrot der Sonne auf die ganze umliegende Landschaft reflektiert. In dieser Nacht beschlossen wir deswegen, ausnahmsweise unten zu schlafen, den Bus entsprechend auszurichten um durch das Öffnen des Kofferraumdeckels das beste Fernsehprogramm überhaupt zu sehen.

Der Blick aus dem Kofferraum „home is where you park it“

Panorama bei Sonnenuntergang auf dem Weg nach Porto Kagio

Ungeplante Lieferung vom Bäcker der Gegend

Dies hat sich nicht nur für den Abend mit dem Wellness für die Augen gelohnt, denn am nächsten Morgen wurden wir beim zusammen packen von einem Bäcker überrascht der wohl gerade dabei war, sein Gebäck an umliegende Dörfer zu liefern. Er fragte uns ob wir bereits gefrühstückt hätten und Brot bräuchten. Erfreut bestätigten wir, dass wir an Brot interessiert sind und kauften ihm aus dem Kofferraum seines alten Caddys ein Laib Brot ab.

Nach nur wenigen Minuten Fahrzeit kamen wir aus dem hohen Gebirge durch steile Serpentinen an das Wasser runter und war nach der letzten Kurve bereits im Ort von Porto Kagio. Und die harte Strecke, die Helmut dabei leisten musste, hat sich gelohnt. Auch wenn das Dörfchen im Grunde aus einer Straße besteht, welche gleichzeitig der Kiesstrand ist, an dem drei Tavernen liegen, hatte es seinen Charme. Es liegt in einer schönen Bucht mit klarem Wasser und in Tiefe der Natur wohnen hier gefühlt eine Hand voll Griechen, die vom Fischen und dem Tourismus leben. Als wir dann zur Erkundung den Strand entlang liefen, fragten wir eigentlich nur interessehalber, ob sie auch Frühstück anbieten würden. Als Antwort kam nur ein griechisches „naí“ – ausgesprochen „nee“ und das Angebot, dass wir uns doch setzen sollen. Nun ja, etwas trinken wollten wir sowieso, da das ja unsere Art ist, die Orte auf uns wirken zu lassen. Die Kellnerin ging in die Küche und kam nach etwa 10min mit einem Omelett, Joghurt, Früchten und Brot wieder zurück. Denn naí bedeutet Ja in Griechenland und was wir später noch feststellen werden, die Griechen sind so gastfreundlich, dass eine kurze Frage nach Frühstück direkt mit der Bemühung umgesetzt wird, ein tolles Frühstück, am besten noch mit Gebäckspezialitäten der Frau oder Mutter zu servieren. Nun ja, so saßen wir also, sehr erfreut und gleichzeitig überrascht direkt am Wasser an unserem Tisch, bei dem beinahe sogar die eigenen Füße schon im Wasser tauchten und genossen unser leckeres Frühstück für gerade einmal 9€. Nachdem wir dann etwas Zeit am Strand verbracht haben und einen kurzen Fußmarsch an der Bucht entlang zu einer winzigen Kapelle gemacht hatten, wollten wir nun weiter. Doch einem von uns dreien, wenn man Helmut dazu zählt, hat es so gut gefallen, dass er noch etwas länger bleiben wollte. Wir stiegen in den Bulli ein, ich warf ihn an und nach kurzem Orgeln lief der neu revidierte Lufti Boxer. So weit so gut, wenn nun auch die Öl Druck Lampe ausgehen würde und der Druck über ein Bar steigen könnte, denn dem war nicht so. Nach mehrmaligem erneutem anwerfen mussten wir wohl akzeptieren, dass es doch noch nicht so schnell weitergeht. Naja, man muss bei einem 40-jährigem Oldi damit rechnen, dass technisch nicht immer alles perfekt funktioniert wie bei einem Jahreswagen. Deswegen machte ich mich ran um das Problem zu beseitigen. Ich versuchte durch Foren und dem Schrauber Buch, da ich keine eigene Idee hatte, heraus zu finden, woran das Problem liegen könnte. Auch habe ich die Werkstatt in Hilzingen bei Singen angerufen, bei dem der Eigentümer ein Namensvetter von unserem Bulli und dabei auch noch Spezialist für luftgekühlte Volkswagen ist. Und nach sämtlich mir möglichen Checks wie Elektrik und Öldruckventilen, wollte Helmut dennoch in Porto Kagio bleiben. Nun ja, wir aber nicht, also war die letzte Möglichkeit den ADAC anzurufen. Doch bei unserem Glück war an dem Tag der 1. Mai, und dieser Feiertag gehört zu den Wenigen, welche die Griechen auch feiern. Also vertröstete der ADAC uns auf den nächsten Tag und organisierte einen Abschleppdienst, welcher uns zu einer Partnerwerkstatt für Wohnmobile bringen würde. Helmut hatte also gewonnen. Dach hoch, das Bett und Essen richten und schon war unser Zuhause für den Abend in Porto Kagio. Am nächsten Tag, nach einer sehr guten Nacht am plätschernden Strand riefen wir wie ausgemacht gleich den ADAC an und machten eine Zeit für den Abschleppdienst aus. Und beim Frühstück dachte ich mir, wenn das Öl nun ganz kalt ist, und es tatsächlich an der Mechanik liegen sollte, dann könnten wir mit etwas Glück nun wieder Öldruck bekommen. Voller Hoffnung sprang ich auf den Fahrersitz, sagte noch im Lachen zu Ramona: „jetzt pass auf, ich werfe ihn an und alles funktioniert wieder.“ Gesagt getan, ich warf ihn an und siehe da, Öldruck wieder da. Das lässt schwer vermuten, dass es wohl doch an dem Öldruckventil gelegen hat, welches ich am Vorabend draußen hatte um es zu säubern und die Fressriefen zu entgraten. Nun ja, wie auch immer, wir konnten weiter und sagten dem ADAC. er brauche sich keine Mühe mehr machen, alles funktioniert wieder. Vielleicht wollte Helmut einfach an diesem Tag uns wie sich diese sehr steilen Serpentienen rauf schleppen, nach dem er beim runter mit etwas warm gewordenen Bremsen zu kämpfen hatte.

Nun ja es konnte also weitergehen, so fuhren wir voller Geduld die steilen Serpentinen hoch. Immer weiter und weiter hoch bis wir wieder auf den Straßen der Gipfel vom naheliegenden Gebirge waren. Mit dem, bedingt durch den Vorfall, neu gesetzten Ziel zurück nach Sparta fuhren wir also zunächst Richtung Gythio. Nun bekommt man auf den Peloponnes nicht sehr viel Gegenverkehr, wenn man auf dem Land oder im Gebirge unterwegs ist. Doch nach schon kurzer Fahrt, kam uns so viel Gegenverkehr nach einer scharfen Kurve entgegen, dass wir kurz anhalten mussten um schmunzelnd die entgegenkommende Ziegenherde zu beobachten.

Ziegenherde als Gegenverkehr

Es waren hunderte, die uns eine mehr minütige Unterhaltung lieferten. Während dessen wurden wir mit sicherem Abstand von einem Hund angebellt, der wohl die Herde in die richtige Richtung leitete und die Tiere mit ihrem markanten nach ihnen benannten Bart, beschützen soll. Nachdem die Tiermasse links vor uns abbogen und so gut wie alle mit einem unsicherem „Määäää“ vorbeigerannt waren, konnten wir nun weiter. Unterwegs auf den folglich weiter kurvigen Straßen genossen wir die Gebirgslandschaft mit Sicht auf das Meer, welches wie oft für das menschliche Auge wie unendlich wirkt. Was des Öfteren vorkommen kann, wenn man irgendwo im nirgendwo unterwegs ist, dass man plötzlich in einem kleinen friedlichen Dörfchen landet. So durchfuhren wir in eine kleine Gemeinde, die von den Gebäuden her sehr gepflegt aussah. Mit niedriger Geschwindigkeit fuhren wir an einer schönen Kirche vorbei, an der nebenan ein kleines Café liegt. Von dort aus grüßte uns ein gut angezogener, weise wirkender und schon länger grau gewordener einheimischer Grieche. Er lobte unser Auto und war einfach herzlich. Spontan beschlossen wir dabei, da wir eh noch nicht gefrühstückt hatten, dort kurz eine Pause zu machen und parkten den Helmut direkt gegenüber. Und wieder wurde uns nur nach der Frage, ob es überhaupt Frühstück gibt, alles Mögliche und sämtliche Spezialitäten des Hauses serviert, mit dem Versprechen, dass es sehr lecker sei.

Grühstück im Bergdörfchen mit Spezialitäten des Hauses

Wir wurden hierbei wieder erinnert, dass die Griechen sehr viel mit Honig süßen und auch backen. Entsprechend bekamen wir viel süßes Gebäck, Kaffee und einen frischen Orangen Saft mit Früchten aus der Region. Nun konnte es gestärkt weitergehen. Wir fuhren zunächst nach Sparta, weil wir hier beim letzten Mal, als wir durchgefahren waren einen BOSCH Dienst und gegenüberliegend eine VW Werkstatt gesehen haben, fast wie bei uns daheim. Nun, was gibt es also besseres für einen Öl Wechsel und die Chance in Griechenland für Helmut ein Ersatzteil zu bekommen, welches uns in Porto Kagio zu schaffen machte. Nun ging dieser Plan leider nicht ganz auf. Natürlich wird der Zylinder des Überdruckventils schon lange nicht mehr produziert und so etwas wie VW Classic Parts führen die VW Händler hier wohl nicht. Naja, aber der Weg war dennoch nicht umsonst, denn Helmut bekam neues hochwertiges MOTUL Öl, bei dem ich  feststellen konnte, dass es bisher das beste Öl ist, welches ich im Bulli gefahren habe. Und, da er grade auf einer Bühne war, nutze ich die Chance um mal eben die Handbremse nachzustellen. Nun konnte es also mit frischem Öl weiter nach Gythio gehen.

In Gythio angekommen, fuhren wir zunächst auf einen Parkplatz direkt nach Ortseingang vorne am Wasser. Dieser war nicht sehr schön und war gefühlt etwas weit von dem Stadtkern entfernt. Deswegen fuhren wir nochmal entlang der Promenade weiter. Wir hatten über eine App, welche Plätze zum Wildcampen anzeigt, eine kleine Halbinsel als Ziel. Und diese hatten wir gefunden, als wir am Ende der Promenade ankamen. Dort fuhren wir drauf und suchten uns ein schönes Plätzchen an der Kirche, welche von der Promenade aus zu sehen ist. Auf der Insel sieht und trifft man nicht sehr viel Menschen, zum einen vermutlich wegen der Nebensaison und zum anderen ist hier nicht mehr als eine kleine alte Festung, ein Leuchtturm und ein geschlossenes Restaurant zu finden. So waren wir dort mit direkter Sicht auf Gythio ganz für uns.

Was wir in Gythio erleben durften und wo es uns als nächstes hinzieht, dürft Ihr in meinem weiteren Beitrag lesen. Natürlich freuen wir uns immer über Kommentare und werden diese auch schnellst möglich beantworten. J

Bitte entschuldigt auch, dass dieser Beitrag so lange gedauert hat, jedoch gab es ein kleines Problem, weshalb ich fast den ganzen Beitrag nochmal neu schreiben musste.