Von Gythio über Elafonisos bis nach Nafplion

24. Juni 2018 0 Von PatrickRamona

Eine einsame Bucht an der Ostküste fernab jeglicher Zivilisation

In Gythio angekommen stellten wir Helmut, unseren Bulli, also auf dieser besagten Liebesinsel von Poseidon ab. Und da wir erst am späten Nachmittag hier ankamen, planten wir auch direkt dort zu nächtigen. Nach dem das erledigt war, konnte die Besichtigung von Gythio also losgehen. Über den Steg, der auch ein kleines Stück Gewässer wie einen  Hafen eingrenzte, gelangt man zurück ans Festland. Dort nach wenigen Schritten angekommen steht man dann direkt auf der schönen restaurantreichen Promenade. Die Lokalitäten werden durch einen Gehweg und einer Straße vom Wasser abgegrenzt, doch da man in Griechenland etwas lockerer ist, scheuen die Besitzer sich nicht, auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf dem Gehweg direkt am Wasser ebenfalls Tische, Schirme und Stühle zu stellen. So kann man dann vorbei an sämtlichen Lokalen entlang des stillen, von Wellen geschützten Wassers schlendern. Immer wieder darf man kurze Smalltalks mit griechischen Einheimischen halten, mit meist dem gleichen Monolog, was Sie in Ihrem Restaurant alles Tolles anbieten und ob man etwas essen oder trinken möchte. Doch wir lehnten sämtliche Angebote zunächst ab, da unser Plan erst einmal war, die Stadt zu erkunden und uns etwas eine Übersicht zu schaffen. Natürlich ist Gythio längst kein Geheimtipp mehr, was zum einen die Massen von Restaurants erklärt und zum anderen auch alles für Touristen entsprechend ausgerichtet ist. Doch da wir in der Nebensaison im Mai dort waren, mussten wir uns nicht an großen Menschenmassen stören und konnten die Promenade in Ruhe genießen. Wie so oft bei unseren Städtebesichtigungen, schlenderten wir auch hier ohne wirklichen Plan einfach durch die Gassen und stießen dabei auf eine kleine Boutique mit etwas anderen Klamotten im Angebot, welche uns in unserer Urlaubsstimmung wohl eher ansprachen. Schnell war klar, dass die Verkäuferin auch Deutsch spricht. Und nicht nur gebrochen, sondern fließend mit berühmtem Berliner Dialekt. Denn Daniela, die vor über 30 Jahren nach Griechenland auswanderte, war ursprünglich aus Berlin. So zeigte Sie uns einige Sachen aus Ihrer Auswahl, währenddessen wir interessante und witzige Gespräche geführt haben. Sie erzählte uns, dass die Schere in Griechenland zwischen Arm und Reich sehr groß sei, wobei die Wohlhabenden nicht sehr viel seien. Ein größeres Problem sei auch die Steuerhinterziehung, die wohl stark in Griechenland getrieben wird. Sie erzählt von Ihrer Tochter, die als studierte Lehrerin in Griechenland weniger als ein Friseur in Deutschland verdienen würde. Dennoch möchte Sie nicht nach Deutschland, sondern in Griechenland bleiben.

Daniela aus Berlin vor ihrem Laden Satyam

So unterhielten wir uns noch ein kurzes Weilchen und nachdem Sie uns ein tolles Restaurant empfohlen hatte, verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg zum Abendessen. Ein großes Holz Rad und viele andere schöne Sachen würden das Restaurant schmücken, hatte uns Daniela erzählt. Und nach kurzem Fußmarsch war dies am Ende der Straße nur unschwer zu verpassen. Dort kehrten wir dann in dieses Restaurant namens „O Barba Sideris Taverna“ ein und genossen ein leckeres Abendessen. Vielen Dank Daniela für diesen tollen Tipp. Mit vollen Bäuchen wackelten wir dann entlang der Promenade wieder zurück an den Bulli, genossen noch eine Weile die schöne Sicht auf die Promenade, die mit funkelnden Lichtern strahlte und legten uns dann schlafen. Am nächsten Tag war natürlich als erster Programmpunkt Sport auf dem Plan. Nach getanen Workouts und mehrfachem Treppensteigen der nahe liegenden Treppe mit 99 Stufen, was uns ein Grieche erzählte, der uns interessiert beobachtete, haben wir uns mit einem Bad im Meer, einer Dusche und einem leckeren Frühstück am Bus belohnt. Bei einem kleinen Café um die Ecke kehrten wir nochmals für ein paar Stündchen ein und lebten entspannt in den Tag hinein. Wir beschlossen noch einen Bio Hof in der Nähe von Gythio zu besuchen und dann den Campingplatz etwas weiter südlich am Wasser uns mal näher anzuschauen, da dieser uns schon mehrfach empfohlen wurde. Nach etwas staubiger Fahrt zum Bio Hof durften wir eine nette Bekanntschaft mit Susanne machen, die zusammen mit ihrem Mann den Oliven Hof nach Bio Vorschriften betreibt und viel auch nach Deutschland exportiert. Sie erzählte uns, wie Sie damals vor etwa knapp 30 Jahren nur mit einem Rucksack und einem Stuhl von Deutschland mit dem Zug nach Griechenland kam. Wie sie zu Beginn hier lebte und wie dann alles seinen Lauf nahm. Nach einem tollen Gespräch mit Susanne, nahmen wir noch leckeres Pesto mit und ließen unsere Email da, um ebenfalls für die nächste Öl Lieferung berücksichtigt zu werden. Sie empfahl uns noch eine Taverne, bei der wir wild stehen könnten, wenn wir dort etwas essen und trinken. Diesen Tipp nahmen wir natürlich an. Wir schauten uns erst noch den Gythio Bay Campingplatz an. Dieser ist sehr schön, jedoch wollten wir das Geld lieber in ein leckeres Abendessen investieren und wild stehen, als zwischen sämtlichen und sehr vielen Wohnmobilen ohne Sicht auf dem Campingplatz das Geld auszugeben. Also fuhren wir zur Taverne, die nur wenige Meter entfernt ebenfalls direkt am Strand steht. Bedingt durch die Nebensaison war dort nicht sehr viel los, weshalb nur ein Tisch besetzt war. An diesem Tisch saßen zwei Paare, die wie sich später rausgestellt hatte, beide aus der Schweiz waren. Wir wurden von Ihnen sehr gastfreundlich Willkommen geheißen und dazu eingeladen, doch zu Ihnen an den Tisch zu sitzen. Wir nahmen dieses Angebot sehr gerne an und gesellten uns dazu. Nach tollen Empfehlungen und servierter Fischplatte, genossen wir tolle Gespräche und spielten zum Schluss gemeinsam Musik mit Gitarre und Mundharmonika. An diesem schönen Abend durften wir erfahren, dass Erwin und Sibi schon bereits vor fast 20 Jahren von der Schweiz nach Griechenland auswanderten. Sie hatten sich eine Olivenbaum Farm hier auf den Peloponese aufgebaut und reuten diese Entscheidung, die sie vor vielen Jahren getroffen haben, keineswegs. Sibi hatte damals schon viele Jahre darauf hingearbeitet, irgendwann in Griechenland leben zu können und lernte kurz vorher Erwin kennen. Er war Unternehmer, führte dabei drei Firmen und wollte ebenfalls auswandern. Erwin wollte allerdings eigentlich nach Kanada, da er hier seine Tätigkeit als Ofen- und Heizungsbauer sicher gut weiter ausführen konnte. Doch nach einem Urlaub in Griechenland konnte Sibi ihn überzeugen mit ihr nach Griechenland zu gehen. Innerhalb von einem Jahr verkaufte er all seinen Besitz, Autos, Haus, Firmen und wanderte gemeinsam mit Sibi in das warme und sonnenreiche Griechenland aus. Eine schöne Liebes- und Abenteuergeschichte, welche bis heute anhält und schön ist zu erfahren.

Unsere sehr nette Bekanntschaft Erwin aus der Schweiz

Nach einer angenehmen und ruhigen Nacht, bei der uns Grillen, Wind und das Meer in den Schlaf wogen, holte uns Erwin am nächsten Morgen ab und führte uns zu sich nach Hause, bei der wir einen entspannten Morgen genießen durften. Nach Kaffee und weiteren netten Gesprächen verabschiedeten wir uns, denn wir musste noch zur Post, die bereits am frühen Nachmittag schließt. Wir fuhren also nochmals nach Gythio rein, erledigten alles Nötige bei der Post und fuhren dann weiter. Unser nächstes Ziel war die kleine paradiesische Insel Elafonisos. Wir fuhren von Gythio, mit einem kurzen Stopp in Plitra auf einen Cappuccino und ein Glas frisch gepressten Orangen Saft, bis zur Insel Elafonisos komplett durch.

Das Geisterschiff nördlich von Gythio

Der Strand mit dem Geisterschiff

Auch auf eine Fähre mussten wir nicht lang warten und konnten bereits 20min nachdem wir an der Anlegestelle ankamen, direkt überschiffen. Bereits bei der Fahrt mit der Fähre kann man schon das wunderschöne türkise bis tiefblaue Wasser genießen und bewundern. Die Überfahrt dauert nicht lang, so dass es sich schon fast nicht lohnt, wenn das schöne Wasser nicht wäre, aus dem Auto auszusteigen. Wir sind also endlich auf der Insel angekommen. Man kann nur rechts oder links fahren, wenn man von der Fähre runterkommt. Rechts herum fährt man erst durch das größte Dörfchen der Insel und linksherum kommt man über eine Landstraße mit nur wenig kleineren Abzweigungen auf die Südseite der Insel. Wir wollten schnellst möglich an den berühmten schönen Strand namens Simos Beach. Als wir dort nach wenigen Minuten angekommen sind, stellten wir Helmut auf dem Parkplatz einer Taverne ab, welche wohl noch nicht geöffnet hatte. Mit wenigen Schritten durch die Dünen durch, standen wir dann endlich auf dem Strand, worauf wir uns schon länger gefreut hatten. Und er hielt alles, was wir uns davon versprochen hatten.  Ein Strand, bei dem von zwei Seiten die Wellen in türkisblauem klaren Schimmern rein brechen. Der Strand ist wie eine Sandbrücke um zu einer Halbinsel zu kommen und strahlt mit hellem weißem Sand. Begeistert genossen wir einen Spaziergang auf diesem einzigartigem Strand bis zur Insel. Doch da die Sonne bereits im Abendlicht schien, wollten wir uns einen Schlafplatz suchen. Am liebsten so nah wie möglich am Strand und Wasser. Doch da dies generell von Dünen, welche unter Naturschutz stehen, abgegrenzt ist, beschlossen wir uns den Campingplatz anzuschauen. Etwas weiter westlich am gleichen Strand wurden wir entsprechend fündig. Wir ließen den Abend mit einem weiteren schönen Spaziergang beim Sonnenuntergang am Strand und mit Pasta im Bus ausklingen.

Der wunderschöne Simos Beach von Elafonisos

Die bekannten Hibiskus Blüten, welche man hier öfters zu sehen bekommt

Simos Beach in voller Pracht

Am nächsten Tag ging es nach Sport und Frühstück direkt wieder an den Strand. Das Wasser hatte mit der hoch stehenden Sonne eine noch viel tiefere Farbe. Kräftige hohe Wellen rollen bei Stehtiefe, die bis weit raus ragt, bis zum Strand herein und enden mit lautem Rauschen und im weißen Schaum im Sand. Ein paar junge Einheimische haben sich ebenfalls hier mit ihrer Kite Surf Ausrüstung eingefunden und warteten bis am Nachmittag auf den nötigen Wind, durch den sie dann parallel zum Strand hin und her surfen konnten. Es war durch und durch ein wunderschöner Tag auf der kleinen Insel und war wie Balsam für die Seele. Da wir noch viel vor hatten, sind wir nach einer weiteren Nacht am nächsten Tag mittags wieder Richtung Fähre gefahren um wieder auf das Festland zu kommen. Die Fähre hatte pro Fahrt 14€ gekostet, was sich jedoch auch nur für einen Tag absolut lohnt um mal fern ab von Hotelbunkern den Hauch des Gefühls zu spüren auf einer Insel in der Karibik gestrandet zu sein. Gewollt, versteht sich.

Helmut wollte auch nochmal aufs Bild mit dem Simos Beach im Hintergrund

Wir peilten als nächstes Monemvasia an, wo wir abends nach mehrstündiger Fahrt auch ankamen. Eine Halbinsel, die massiv und hoch mit der Ausstrahlung von Stärke neben dem Festland im Wasser steht. Der Vorort auf dem Festland scheint sehr touristisch und weniger charmant. Doch als wir auf der Insel einen Parkplatz entlang der Straße gefunden hatten und durch das Tor zur Altstadt hindurch gelaufen sind, wurden wir von engen gepflasterten Gassen, vielen kleinen Restaurants und Bars mäßig gefüllt mit gut gelaunten Menschen verzaubert.

Die gemütlichen Gassen auf Monemvasia

Wir hatten eigentlich vor, den Berg und die Burg zu erklimmen, doch als wir etwa 2/3 des steilen Weges hinter uns gebracht hatten, war es schon sehr dunkel, weshalb wir dann umkehrten. Wir suchten uns ein nettes gemütliches kleines Restaurant in den Gassen und genossen frisch zubereitete griechische Spezialitäten. Auf der Insel Elafonisos hatte uns ein Mann mittleren Alters wegen Helmut angesprochen. Er fuhr selbst einen stielvollen T4 mit Bulli Charme. Und da Sie die Peloponese anders herum abfuhren, konnte er uns tolle Tipps für unsere noch anstehende Route geben. Darunter der absolute Traumtipp einer einsamen Bucht an der Ostküste fernab jeglicher Zivilisation und Außenwelt war. Da wir total gespannt auf diese Bucht waren, fuhren wir noch am gleichen Abend von Monemvasia weiter zur Bucht. Es waren zwar noch einige Kilometer zu fahren, doch wir wollten unbedingt in dieser Bucht schlafen. Also fuhren wir weiter, es ging nicht sehr lange und es war stockfinster. Generell gibt es hier kaum Straßenlaternen, erst recht nicht auf dem Land. Und da wir in dieser Nacht auch keinen klaren Himmel mit Vollmond hatten, kam leider auch von oben keine Helligkeit. So musste also Helmuts Scheinwerfer alles nötig ausleuchten. So gestaltete sich diese Nachtfahrt immer schwieriger. Als wir in Richea ankamen, der Ort an dem man dann rechts weg zur Bucht kommt, wurde es dann noch spannender. Kaum aus dem Ort rausgekommen, wurde es auch schon holprig, steil und wieder sehr dunkel. Die Kurven wurden immer enger und die Angst, dass die Bremsen heißer werden, stieg auch etwas. Mit kaum Orientierung, gewissem Respekt vor den Serpentinen und wenig Streckengefühl, fühlte sich die Abfahrt zur Bucht wie ewig an. Doch Helmut meisterte dies tapfer und brachte uns heil unten an. Zunächst wussten wir nicht, wo wir hin stehen konnten, da in so einer Finsternis die Orientierung für Neues extrem schwer gefallen bis gar nicht möglich war. Also fuhr ich etwas links und blieb stehen, wo es etwas gerader war. Wir stellten das Dach auf und legten uns direkt schlafen, da wir beide sehr müde und erschöpft waren.

Am nächste Morgen erwartete uns eine wunderschöne Überraschung. Mit nur zwei weiteren Wohnmobilen teilten wir uns eine unglaublich schöne Bucht, fernab der Zivilisation. Das Wasser glasklar, ringsherum grüner blühender Wald in Frühlingsstimmung und einen weißen Kiesstrand. Bereits in der Nacht war die extrem auffallende Stille auch am nächsten Tag gegeben. Immer wieder hörte man einen Vogel singen, wie man es nur aus dem TV kennt, wenn ein Bericht über den Regenwald kommt. Dieses Gezwitscher hallte dann zusammen mit dem Aufschlagen der Wellen auf dem Strand quer durch die ganze Bucht und gab einem das Gefühl von purer Freiheit. Nach kurzer Erkundungstour durch die Bucht stellten wir fest, dass hier wohl auch schon jemand mit dem nötigsten Besitz unter einem großen Stein, der Schutz vor Regen und Sonne liefert, für längere Zeit gelebt haben muss. Durch ein Holzgestell und darauf gespannter Folie wurde aus diesem Felsvorsprung, welche aussah wie ein großer Stein, eine Art Höhle. Es waren  noch ein paar alte Pfannen, ein Handtuch und wenige Klamotten vorzufinden. Es machte den Anschein, als wäre der- oder diejenige noch vor wenigen Monaten hier gewesen. Man malt sich aus, wie dieser Mensch wohl hier gelebt haben muss, mit welchen Beschäftigungen er den Tag verbracht hat und warum er nun nicht mehr hier lebt. Wurde er vertrieben, lebt er nun vielleicht wo anders noch immer in der Natur oder war er bedingt durch eine Verletzung oder Krankheit gezwungen auf die heutigen Krankensysteme zurückzugreifen. Jedenfalls hatte es eine gewisse Energie, wenn man in seiner Höhle stand und es wurde um so spannender, wenn man seiner Fantasie freien Lauf gelassen hat.

Hippie Unterkunft/ Höhle

Die wohl schönste Bucht meines Lebens

Unser Helmut geparkt in der Bucht, die für zwei Nächte unser Zuhause war

Auch wir genossen für zwei Tage das Gefühl der Unabhängigkeit und Freiheit. Man hatte das Gefühl von voller Selbstbestimmung ohne jeden Zwang und jeder Pflicht.

Man wird selbst sehr ruhig und stressfrei, da dies die Bucht mit voller Kraft ausstrahlte. Wir lasen Bücher, ich spielte Gitarre, wir dösten am Strand und wenn wir Action brauchten, dann machten wir Sport. So verbachten wir zwei Tage, die sich von der Erholung und dem Erlebnis anfühlten wie zwei Wochen. Zwei Tage, die wir wohl nie wieder vergessen werden und vielleicht unseren Enkeln mal erzählen können, die dann voller Motivation irgendwann einen alten Bulli kaufen und diese Bucht aufsuchen werden, um das gleiche Gefühl erleben zu dürfen.

Einsame Bucht ganz für uns

Smaragdgrünes Wasser in der Bucht

Ein Wetterspektakel wie sich die Sonne durch die Regenwolken durch drückt

Genießbare Ruhe

Die Bucht von oben

Wer mit einem Navi oder ähnlichem unterwegs ist findet die Bucht übrigens mit folgenden Koordinaten: 36.858229, 23.037804

Doch da die schönsten Orte fast immer mit schwierigen Straßen verbunden sind, ging es lang sehr steil bei sehr engen Kurven wieder von der Bucht weg. Doch Helmut meisterte das tapfer. Da wir bereits in Richea waren, entschlossen wir uns entlang der Küste zu fahren. Entsprechend steil und kurvig waren einige Passagen.

Die Küstenstraße zwischen der Bucht und Nafplion

Nach etwa drei Stunden Fahrt und vielen Kurven waren wir in Nafplion angekommen. Da die Stadt so gesehen in einer sehr großen Bucht liegt, kann man Sie schon von weitem sehen, wenn man entlang des Wassers fährt. Da wir in der Bucht noch geschnorchelt und gebadet haben, sind wir erst am späten Nachmittag losgefahren und in Nafplion entsprechend am Abend angekommen. Wir suchten uns auf dem großen Hauptparkplatz direkt einen Platz, mit dem Hintergedanken, dort auch zu schlafen, wo wir Helmut abstellten. Keine 100m entfernt, haben wir in einer Pizzeria noch zu Abend gegessen und ließen bereits wie gewohnt den Tag gemütlich im Bulli ausklingen. Wir haben des öfteren schon gehört, dass es in Nafplion schwierig sei, um wild zu stehen. Doch dabei handelt es sich wohl um den Stadtstrand, wo öfter Wohnmobile stehen, was allerdings nicht gern gesehen wird. Auf dem Parkplatz jedenfalls  hatten wir keine Probleme.

Die Strandpromenade von Nafplion

Die Altstadt von Nafplion

Der Beweis zur ewigen Liebe in den Kakteen reingeritzt

 

Am nächsten Morgen haben wir einen kleinen Rundgang durch die Stadt gemacht, bis wir in der Altstadt ein kleines Café, welches auf Frühstück spezialisiert ist, gefunden haben. Dort haben wir ausgiebig die angebotene Mahlzeit genossen – denn das Frühstück ist schließlich die wichtigste Mahlzeit des Tages – und den schönen Morgen genossen. Während man hier durch kleine Läden und über Märkte schlendert, kann man Einheimische beobachten, wie Sie mit einer Art Kette in der Hand spielen. Die einen schieben die Steine auf der Schnur hin und her, die andern flippen Sie um einen oder zwei Finger herum und wieder andere halten die Kette einfach nur in der zur Faust zusammen gedrückten Hand fest. Zufällig kamen wir dann in einen Laden, wo es solche Ketten in allen Formen und Farben gab. Die Verkäuferin erklärte uns die Hintergründe der Komboloi Ketten und gab uns verschiedene Modelle in die Hand. Dabei mussten wir die Energie der verschiedenen Steine aus Holz, Steinen, Mineralien und sogar gepresstem Zimt spüren. Sie erzählte uns, was zu unseren Charakteren passen würde. Während wir die Komboloi auf uns wirken ließen, haben wir ein sehr nettes Gespräch mit ihr führen dürfen. Wir wollten etwas typisches Einheimisches aus Griechenland mitnehmen und so kaufte ich ein Komboloi aus Zimt und Ramona aus Stein. Denn diese Ketten lassen sich nicht nur als schönen Schmuck tragen, sondern helfen auch in schwierigen Situationen Stess abzubauen oder in langweiligen Gehirn Training zu machen. Ein weiteres Highlight in dieser Stadt ist der Aufstieg zur Burg Palamidi und der Spaziergang um die Landzunge herum am Wasser entlang. Hier wachsen unzählige Kakteen, worauf sich die Besucher der Stadt durch das einritzen ihrer Initialen verewigen. Wir tranken noch gemütlich einen Cappuccino in einer weniger turbulenten Ecke der Stadt und machten uns noch am gleichen Abend auf nach Athen.

Markt in Nafplion

 

Wie es in Athen war, welche Eindrücke wir dort bekommen haben und wie es auch danach weiter geht, werden wir so bald wie möglich im nächsten Beitrag veröffentlichen.